"Biotopverbundsystem" Falkenberg: 30.000 neue Flurgehölze auf 7,5 km Länge

Lindenallee im Sommer 2007

Die Gemarkung Falkenberg gehört zum Naturraum des Ostbranden­burgischen Heide- und Seengebietes mit einem hohen Wald- und Gewässeranteil sowie heterogenen, aber überwiegend ertragsschwa­chen landwirtschaftlichen Nutzflächen. Wie in vielen Teilen Bran­denburgs wurden in den 70er und 80er Jahren auch in Falken­berg flächendeckende Flurmeliorationen durchgeführt, die große ge­hölzfreie Ackerflächen und tiefe begradigte Kleingewäs­ser hin­terließen. Das führte zu negativen ökologischen und auch ökono­mischen Folgewirkungen mit zunehmender Winderosion, Trockenschä­den durch absinkenden Grundwasserstand und einem starken Rück­gang bei vielen Pflanzen- und Tierarten. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Landnutzungssysteme in Müncheberg wird seit 1991 ein Pilotprojekt zur Flurneugestaltung und zum Biotopver­bund - gefördert durch das brandenburgische Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung - durchgeführ­t. Grundlage war eine flächendeckende Biotopkartierung. Die Schwerpunkte des Pro­jektes bestehen in einer Unterteilung der Ackerschläge durch Ge­hölzbiotope (ca. 30.000 Flurgehölze, 49 verschiedene Holzarten auf ca. 7,5 km Länge) unter vor­rangiger Be­rücksichti­gung des Windero­sionsschutzes, in der Re­naturierung/Neuan­lage von regions­spez­ifischen Feucht- und Trockenbioto­pen, in der Anla­ge einer Streu­obstwiese und in dem Rückbau der zu stark ver­tieften Fließ­gewäs­ser. Hierbei werden vers­chi­edene Varian­ten der Neuanlage (z.B. un­terschied­liche Hecken­typen und Trock­enbiotope) sowie deren ökologischen Folgewir­kungen geprüft.

Literatur: Hartmut Kretschmer und Torsten Schönbrodt: Projekt Flurgeneustaltung und Biotopverbund - Gemarkung Falkenberg (bei Fürstenwalde). Müncheberg April 1999, 28 S.

Der Projektbericht kann angefordert werden.

Karte Biotopverbund