Ernst v. Unger (1831-1921)

Ernst v. Unger Er war der Vater von Hildegard v. Alvensleben, geb. v. Unger, und wurde in Groß-Stöckheim bei Wolfenbüttel geboren. Seine Schulbildung erhielt er auf dem Gymnasium in Wolfenbüttel und in den Kadettenanstalten in Potsdam und Berlin. Bereits mit 18 Jahren wurde er Sekondeleutnant  im Garde-Husaren-Regiment in Potsdam, womit eine schnelle militärische Karriere begann. 1859 zum Rittmeister befördert, kam er zunächst zum Großen Generalstab nach Berlin, danach in den Generalstab der 6. Division in Brandenburg. In dieser Stellung war er an allen wesentlichen Entscheidungen im deutsch-dänischen Krieg von 1864 beteiligt. Am Ende des Krieges wurde er auf Grund seiner dabei erworbenen Verdienste zum damals jüngsten Major der preußischen Armee befördert.

Im  Krieg 1866 gegen Österreich kam er als Generalstabsoffizier beim Oberkommando der 1. Armee unter Prinz Friedrich Karl von Preußen zum Einsatz. Für einen sehr wichtigen wagemutigen Erkundungsritt am 2. Juli 1866, dem Tag vor der Schlacht bei Königsgrätz, erhielt er die höchste preußische Kriegsauszeichnung, den Orden pour le mérite. Ein ausführlicher Bericht über diesen Ritt und seine Bedeutung für die Planung und den Ausgang der Schlacht  findet sich in Theodor Fontanes Buch „Der deutsche Krieg von 1866“.   

Im deutsch-französischen Krieg 1870 war er bereits Oberst und Chef des Generalstabes des 7. Armeekorps. Als solcher machte er die Schlachten bei Spicheren, Colombey und Gravelotte sowie die Belagerung von Metz mit. Im November 1870 erkrankte er jedoch so schwer, dass er im weiteren Verlauf  des Krieges dienstunfähig war. Nach seiner Genesung konnte er seine militärische Karriere fortsetzen: 1874 wurde er Brigadekommandeur, 1875 Generalmajor, 1881 Generalleutnant und Divisionskommandeur in Kassel. In dieser Stellung bat er  aus gesundheitlichen Gründen um seinen Abschied, der ihm 1887 unter gleichzeitiger Verleihung des Charakters als General der Kavallerie gewährt wurde.

Ernst v. Unger war verheiratet mit Agnes Müller v. Lauingen (1835-1914) aus Lauingen bei Braunschweig und hatte mit ihr drei Kinder: Hans (1856-1900), der früh starb und wie später seine Eltern in Falkenberg beigesetzt wurde, Kurt (1859-1931), der es wie sein Vater bis zum General der Kavallerie brachte, und Hildegard (1864-1942), die Joachim v. Alvensleben heiratete. 

Seinen Lebensabend verbrachte Ernst v. Unger in Berlin. Von dort kam er oft zu Besuch nach Falkenberg. Nach dem 1. Weltkrieg siedelte er ganz nach Falkenberg über, wo er am 10.10.1921 im hohen Alter von 90 Jahren starb und seine letzte Ruhe auf dem dortigen Familienfriedhof fand.

Literatur:

  • Theodor Fontane: Der deutsche Krieg von 1866. Berlin 1871, S. 457-464.
  • Kurt v. Priesdorf: Soldatisches Führertum. Hamburg 1936-1945, Nr. 3320.
  • Wolfgang v. Groote und Ursula v. Gersdorf: Entscheidung 1866 – Der Krieg zwischen Österreich und Preußen. Herausgegeben vom Militärhistorischen Forschungsamt. Stuttgart 1966, S. 156, 278-290.
  • Lebenserinnerungen des Generals Ernst v. Unger aus den Feldzügen 1864 und 1866. Unveröffentlichtes Manuskript.
 
 
 

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